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   Lorch und Umgebung

"Mal schauen" in Lorch
13.10.2009

(red). Zur Eröffnung der Ausstellung der Malerin Siglinde Salden lädt Bürgermeister Jürgen Helbing am Sonntag, 18. Oktober, um 11.15 Uhr ins Robert-Struppmann-Museum in Lorch ein. Siglinde Salden wird Ölgemälde, Aquarelle und Radierungen präsentieren. Nach der Eröffnung wird ihr Ehemann, Georg Salden, etwas aus der Malschule plaudern. Zu sehen ist die Ausstellung "MALschauen" bis 25. Oktober, montags bis freitags von 9 bis 13 Uhr und 14 bis 16 Uhr, samstags und sonntags von 14 bis 17 Uhr.

Quelle: Wiesbadener Kurier

 

 
Internationale Hilfe fürs Hilchenhaus
 

12.08.2009

JUGENDWORKCAMP 18 junge Leute aus der großen Welt treffen sich in der kleinen Stadt Lorch

(tst). Der märchenhafte Vergleich mit dem Dornröschenschlaf, in dem das Lorcher Hilchenhaus liege, hat durchaus seine Berechtigung. Das beweisen alleine schon die Brombeerdornen, mit denen sich die Teilnehmer eines internationalen Jugendworkcamps im Umfeld des Renaissancebaus herumplagen müssen. Abgeschnittene Holunderzweige bedecken den Boden, auf alten Holzfässern liegen orangefarbene Schutzhelme. 18 junge Leute im Alter von 16 bis 24 Jahren sind in diesem Jahr aus aller Welt nach Lorch gekommen, berichtet Stadtrat Daniel Klein (Grüne), der die besondere Arbeitsfreizeit betreut.

 


Junge ausländische Freiwillige legen sich am Hilchenhaus ins Zeug. Von links: Mariana Smal aus der Ukraine, Marina Papkana aus Russland und Seni Shin aus Südkorea. Stötzer

Das Hilchenhaus war bereits 2008 eine Baustelle für die Camp-Mitglieder. Damals wurde die Sohlherrngasse vom wuchernden Gestrüpp befreit, sagt Bürgermeister Jürgen Helbing (FWG). Nun sind die Pläne für das Hilchenhaus wesentliche Schritte weiter gekommen, Architekten haben Aufträge erhalten, der Abriss der Hotelanbauruine steht bevor. Ein altes Bauschild hat übrigens die Jahre überdauert und weist darauf hin, dass einst der "Victoria Grand Park Hilchenhaus" entstehen sollte.

Den ausländischen Helfern ist diese Geschichte nicht bekannt, fasziniert sind sie trotzdem. Historische Bauten wie das Hilchenhaus oder die Burgen am Rhein gebe es in ihrer Heimat weit und breit nicht, erzählt die Russin Marina Papkana, die Englisch und Deutsch studiert. Sie lebt in Pensa, einer 600000-Einwohner-Stadt. Lorch empfindet sie im Vergleich als "klein und gemütlich", die Leute als höflich. "Die Arbeit ist nicht so hart, ich hatte Schwierigeres erwartet", sagt sie.

Mit Heckenschere und Hammer etwas Nützliches für Umweltschutz und öffentliche Vorhaben zu leisten ist ein Aspekt der Jugendworkcamps. Der Austausch zwischen Kulturen ein anderer. "Durch Begegnungen sollen Vorurteile schwinden und sich Freundschaften anbahnen", erklärt Juliane Vieth, die gemeinsam mit der Mexikanerin Sarahy Jiménez die Gruppe leitet. Maximal drei Teilnehmer dürfen aus einem Land stammen. So bietet sich eine bessere Chance, Sprachen zu lernen. Seni Shin aus Südkorea hat auch erkannt, dass sich die Alltagskultur rund um Essen, Musik und Spiele häufig gleicht. Da sie in Seoul Tourismus-Management studiert, interessiert sich die 24-Jährige sehr dafür, wie vor Ort der Fremdenverkehr organisiert ist und was es mit dem Weltkulturerbe auf sich hat.

Was das Hilchenhaus betrifft, so ist Shin gespannt, wie es sich verändern wird. Es gab zuvor schon andere Arbeiten zu erledigen, Bänke und Tische haben die freiwilligen Helfer etwa mit der Bauhof-Belegschaft hergestellt. Für das FFH-Gebiet "Buchener Wiese" entstand ein Wildschutzzaun. Dieses Projekt hat die Koreanerin begeistert: "Es war großartig zu sehen, wie schnell wir fertig wurden, weil wir so gut zusammen gearbeitet haben."

Quelle: Wiesbadener Kurier

 

 
Depression weicht kleinem Aufschwung
 

31.07.2009 Von Barbara Dietel

In der Wisperstadt tut sich was / Helbing: Tourismus und Wirtschaftsförderung bei Birgit Kind in guten Händen

Bürgermeister Jürgen Helbing (FWG) hat viel erwartet und wurde nicht enttäuscht: "Sie ist ein optimaler Gewinn für uns", sagt er über Birgit Kind, die seit Anfang des Jahres das neu eingerichtete "Stabsbüro" des Bürgermeisters leitet. Ein Begriff aus der Polizeiverwaltung, den der Ex-Hauptkommissar eingeführt hat und der im Eltviller Rathaus bereits Nachahmung fand.

Ausgegliedert aus der allgemeinen Verwaltung, direkt dem Bürgermeister unterstellt, hat die CDU-Kreistagsvorsitzende neben ihrer Präsenz im Tourismusbüro eine ganze Latte von Aufgaben im Bereich Tourismus, Wirtschaftsförderung und Magistratsangelegenheiten: die Erarbeitung von Wirtschaftskonzepten, die Koordination der Aufgaben in den Zweck- und Tourismusverbänden, die Organisation der Teilnahme an Tourismusmessen, die Verwertung des Bundeswehrgeländes, die Zusammenarbeit mit den politischen Gremien, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, um nur die wichtigsten zu nennen. Einige der Aufgaben waren zuvor auf vier Schultern verteilt, jetzt sind es noch drei. "Und es gibt eine, die alles weiß. Das spart Zeit und Ressourcen", so der Bürgermeister. Sichtbares Zeichen für den Erfolg sei der Internetauftritt, um den sich die frühere Stadtverordnetenvorsteherin ebenfalls kümmert.

Wichtig für den Tourismus und die Wirtschaftsförderung sind in Lorch eigentlich alle größeren Projekte. Ob es die Vermarktung der Bundeswehrdepots ist, die Sanierung des Hilchenhauses oder die Neugestaltung der Wispermündung. Die Grenzen sind oft fließend. "Tourismus ist auch Wirtschaftsförderung", so Kind, die sich nichts schöneres vorstellen kann, als ihre Heimatstadt zu vermarkten. Gemeinsam mit dem Bürgermeister hat sie den Bäcker erfolgreich bekniet, mittags nicht zuzumachen, sondern Tisch und Bänke in den Hof zu stellen, damit die immer zahlreicheren Wanderer mittags auch ein Angebot vorfinden. Standen sie vor kurzem noch häufiger vor verschlossenen Türen, haben sie auch mit dem kürzlich wieder eröffneten Kolpinghauses und der neuen Vinothek in der Schwalbacher Straße ein breiteres Angebot. Auch der Metzger und die Toto-Lotto-Laden-Inhaberin, die Wanderkarten verkauft, sollen für die durchgehende Öffnung ihrer Geschäfte gewonnen werden. 14 neue Zimmer bei Privatvermietern gibt es schon. Und die Idee in Espenschied, Gleitschirmfliegen anzubieten.

"Es ist ein kleiner Aufschwung in Lorch festzustellen, einer zieht den anderen mit", so Kind. Sie ist Ansprechpartnerin für alle, die etwas auf die Beine stellen wollen und früher nicht selten von Amt zu Amt gereicht wurden. Inzwischen lassen es manche nicht mehr beim Besuch der Wisperstadt. Seit letztem Herbst wurden sechs Häuser gekauft. Für Helbing der Beweis, dass es sich lohnt nach Lorch zu ziehen. "Ein Stück weit ist die Depression gewichen."

Quelle: Wiesbadener Kurier

 

 
Neue Auflage für Gästeverzeichnis
 

29.07.2009

(red). Das Gästezimmerverzeichnis für Lorch wird neu aufgelegt. Der Magistrat habe daher beschlossen,
bei den Gästezimmer- und Ferienwohnungsanbietern die finanzielle Teilnahme am neuen Verzeichnis
und die neuen Daten abzufragen, so Bürgermeister Jürgen Helbing. Für 30 Euro erhalten die Vermieter
einen Eintrag im Gästezimmerverzeichnis, zehn Euro zusätzlich kostet eine Fotoabbildung. Anzeigen
schalten können auch touristische Leistungsanbieter, wie Bäcker, Metzger oder Physiotherpeuten.

Das neue Verzeichnis, das im Herbst erscheinen soll, werde voraussichtlich das letzte Verzeichnis sein,
dass die Stadt Lorch selbst herausgebe, kündigte Helbing an. Der Zweckverband Rheingau plant künftig
eine gemeinsame Vermarktung Vermarktung der Region Rheingau. Ab 2011 sei ein gemeinsames Unterkunftsverzeichnis geplant.

Quelle: Wiesbadener Kurier

 

 
Schmuckstück mit Besonderheit
 

28.07.2009

Von Thorsten Stötzer

JUBILÄUM 25 Jahre nach dem Orgelbau lockt Konzert in die Lorcher Kirche St. Martin

Wer die Pfarrkirche Sankt Martin in Lorch betritt, schaut unwillkürlich auf den berühmten Schnitzaltar im Chorraum. Ein anderes Schmuckstück des katholischen Gotteshauses befindet sich weniger auffallend im Rücken der Gottesdienstbesucher. Hoch oben auf der Empore über dem Eingang thront die große Orgel. Vor 25 Jahren wurde sie erbaut, was jetzt Anlass zu einem Jubiläumskonzert war.

Alte Orgel "gichtbrüchig"

Klaus Vogt, der heute in Bad Orb lebt, war von 1979 bis 1986 Organist im Lorch. Für das vom Kultur- und Heimatverein veranstaltete Konzert kehrte er nun zurück an die alte Wirkungsstätte und erinnerte sich an die Zeit, als das Projekt Orgel Gestalt annahm. Natürlich gab es zuvor bereits eine respektable Orgel in der Kirche. 1880 hatte sie eine in Gelnhausen ansässige Werkstätte namens Ratzmann gebaut. Doch rund 100 Jahre später präsentierte sich das Instrument "gichtbrüchig", berichtete Vogt. Restaurieren oder modernisieren standen zur Debatte. Letztlich entschieden sich die Verantwortlichen des Bistums und andere Fachleute für einen Neubau.

"Es entwickelten sich heiße Diskussionen, das war nicht ganz leicht, aber dann ging alles zügig", sagte Vogt. 450 000 Mark kosteten seinerzeit die Arbeiten. Den Auftrag erhielt das Unternehmen Fischer und Krämer aus dem badischen Endingen. "Das war damals wie heute viel Geld", fasste der Organist zusammen. Die Kirchengemeinde habe sich sehr engagiert.

"Klaus Vogt und Pfarrer Wilhelm Benedikt waren die Motoren", lobte Bürgermeister Jürgen Helbing (FWG) und erwähnte in seinem Grußwort zudem private Spender sowie einen Zuschuss und eine Bürgschaft von Seiten der Stadt. Wolfgang Muno (CDU) amtierte Anfang der 80er Jahre als Rathauschef. So feierten die Lorcher schließlich am Pfingstsonntag 1984 die Orgelweihe mit einem Festgottesdienst. Gehäuse und zahlreiche Register waren übrigens erhalten geblieben. Für Vogt ist das Instrument "mit Eibingen und Kiedrich das bedeutendste im Rheingau". Seine Laufbahn hatte übrigens auch Einfluss auf die Investition: Der heutige Oberstudienrat war erster hauptamtlicher Kantor in Sankt Martin und mit Einrichtung seiner Stelle sei klar gewesen, dass etwas geschehen müsse mit der Orgel.

125 Besucher erlebten nun in der Kirche das Jubiläumskonzert mit Werken aus dem 18. bis 20. Jahrhundert. Stücke von Johann Sebastian Bach, dem Großmeister sakraler Orgelmusik, waren ebenso zu hören wie Musik von Georg Friedrich Händel, dessen Todestag sich im Frühjahr zum 250. Mal gejährt hat. Aber auch zeitgenössische Komponisten brachte Vogt zur Geltung, Franz-Josef Wahle vom Staatsorchester Wiesbaden begleitete ihn auf der Oboe.

Quelle: Wiesbadener Kurier

 

 
Kontakte nach Duisburg
 

25.07.2009

LORCH Helbing strebt weitere Weinpatenschaft an

(red). Beim Weinfest in Duisburg nächste Woche wird Bürgermeister Jürgen Helbing bei seinem Kollegen, Oberbürgermeister Adolf Sauerland, dafür werben, die Kontakte zwischen der Weinstadt Lorch und
der Stadt Duisburg weiter auszubauen. Helbing strebt eine Weinpatenschaft an. Gilbert und Gundolf
Laquai vom Weingut Laquai, das 1986 erstmals seine Weine in Duisburg vorstellte, wird der Lorcher
Delegation angehören. Es bestehen bereits Weinpatenschaften zu den Städten Gütersloh und Langenfeld.

Quelle: Wiesbadener Kurier

 

 
Lorcher wollen Bus nach Rüdesheim zurück
 

21.07.2009

NAHVERKEHR Magistrat lässt Kosten prüfen

(bad). Der Zug ist für viele, insbesondere ältere und gehbehinderte Lorcher keine Alternative zum Bus. Das Ein- und Aussteigen vom niedrigen Bahnsteig in die Züge bereitet ihnen große Schwierigkeiten. Eine Lorcher Interessengemeinschaft hat sich deshalb an den Magistrat gewandt und gebeten, die Linienbusverbindung Lorchhausen-Rüdesheim an Nachmittagen wieder einzurichten, berichtet Bürgermeister Jürgen Helbing (FWG). 394 Lorcher haben das Anliegen unterzeichnet. Der Magistrat hat sich der Angelegenheit inzwischen angenommen. Er beauftragte in seiner jüngsten Sitzung die Rheingau-Taunus-Verkehrsgesellschaft (RTV) zu prüfen, ob und unter welchen Bedingungen wieder ein Bus auf der Strecke zwischen Lorchhausen und Rüdesheim eingesetzt werden kann. Vor allem geht es um die Kosten, die Lorch dadurch entstehen würden.

 

Verbindung über Presberg

Untersucht werden soll die Wiedereinführung eines Linienbusses der RTV-Linie 171 ab Lorchhausen um 13.40 Uhr über Lorch, Assmannshausen zum Krankenhaus Rüdesheim. Die Rückfahrt ab Rüdesheim wünschen sich die Lorcher um 17.10 Uhr. Die Verbindung war gestrichen worden, weil zeitgleich ein Zug auf dieser Strecke fährt. Diese so genannten Parallelverkehre werden vom Land nicht mehr bezuschusst. Die Stadt Lorch lässt deshalb alternativ eine Verbindung von Lorchhausen über Lorch und Presberg nach Rüdesheim prüfen. In diesem Falle würden nur die Linien 185 oder 186 verlängert, berichtete Helbing.

Anschluss zum Krankenhaus

Für ältere und gehbehinderte Mitbürger sei ein Bus die einzige Alternative, zumal auch nur der Bus direkten Anschluss an das Thomas-Morus-Haus in Assmannshausen und das Krankenhaus in Rüdesheim biete und gerade diese Einrichtungen oftmals von dem betroffenen Personenkreis aufgesucht werden müsse, so Helbing.

Früher fuhren auf der ehemaligen ORN-Buslinie 5480 (Wiesbaden - Lorchhausen) morgens um 8.40 Uhr, mittags um 13.40 Uhr und abends um 17.40 Uhr Linienbusse nach Rüdesheim. Ab Rüdesheim gab es Verbindungen um 8.10 Uhr, 13.10 Uhr und 17.10 Uhr nach Lorchhausen. Verblieben ist nur noch der Nachtbus, der um 0.40 Uhr in Lorchhausen ankommt und dann in Richtung Wiesbaden zurückfährt.

Quelle: Wiesbadener Kurier

 

 
Lorcher laden zu Wein, Kultur und viel Musik
 

15.07.2009

HILCHENFEST Kutschergarde und Weinmajestäten

(red). Das Hilchenfest wird auch diesmal von Bürgern in eigener Regie veranstaltet.
Mit insgesamt fünf Benefiz-Aktionen konnte die Initiative das Spendenkonto aufbessern und präsentiert
nun auf dem Museumsplatz ein attraktives Festprogramm unter dem Motto "Wein, Kunst & Musik".

Fünf Lorcher Weingutsbetriebe schenken ihre Weine aus. Außerdem gibt es kleine Leckereien.

Zum Festauftakt am Freitag, 17. Juli, spielt ab 20 Uhr die Sieben-Personen-Coverband "905 Nine-O-Five
Groove Connection" Songs aus den vergangenen drei Jahrzehnten und aus den aktuellen Charts.
Die Musiker mit den Frontsängerinnen Esther Elsner und Heidi Breiling präsentieren Musik zum Zuhören
und Abtanzen. Am Samstag, 18. Juli, um 17 Uhr wird die Langenfelder Kutschergarde in historischen
Postuniformen die Lorcher Weinkönigin Carolin und ihre Majestäten vom Weingut Weiler zur Festbühne
geleiten. Ab 20 Uhr gastieren die sieben Musiker der "Crème Créole Jazzband" mit einem Mix aus New
Orleans, Swing, Reggae, Rhythm & Blues und Boogie erstmals in Lorch. Die Band spielt Jazzstandards,
aber auch selten gespielte Kompositionen in ungewöhnlichen Arrangements.

Zum Frühschoppen spielt am Sonntag, 19. Juli, ab 11 Uhr, die Kolping-Kapelle Lorch beliebte Melodien. Am Abend ab 18 Uhr, sorgt das Duo "First Class" mit Günter Haag und Manfred Kaiser mit Latin, Pop, Blues und Swing für den Ausklang des Fests.

Auf einem kleinen Künstler-Markt präsentieren am Samstag und Sonntag ab 11 Uhr eine Filzmacherin, eine Schmuck-Designerin und eine Keramikerin ihre handgefertigten Produkte. Eine Manufaktur feiner Pestos und Chutneys wird ebenso wie ein Stand mit antiken Schnäppchen vertreten sein.

Quelle: Wiesbadener Kurier

 

 
Förderzusage nun schriftlich
 

24.06.2009

(red). Die schriftliche Zusage für die Sanierung des Lorcher Hilchenhauses ist nun bei der Stadt Lorch eingegangen, berichtete Bürgermeister Jürgen Helbing. Das Hilchenhaus sei in das Investitionsprogramm nationale Unesco-Welterbestätten aufgenommen worden. Als maximale Förderhöhe sei eine Summe von 5,2 Millionen Euro zugesagt worden. Dies seien 100000 Euro weniger als noch Anfang des Monats vom Bundesverkehrsministerium in Aussicht gestellt, so Helbing. Die geringere Summe sei mit Verwaltungsgebühren begründet worden.

Helbing kündigte an, dass nun eine Lenkungsgruppe gebildet werde, die die weitere Projektsteuerung übernehme. Die Mittelzuweisung erfolge für die Jahre 2009 bis 2013. Für dieses Jahr seien 500000 Euro für den Abriss der Hotelbauruine eingeplant

Quelle: Wiesbadener Kurier

 

 
Motorbootrennen in Lorch

21.06.2009

(tb). Am Samstag und Sonntag, 27. /28. Juni veranstaltet der Wassersportverein Lorch das 18. Internationale ADAC Motorbootrennen. Beim ADAC MSG Motorboot Cup kämpfen Katamarane vom Typ "Formel ADAC" und der neuen Formel ADAC Masters um den ersten Preis . Der Wettkampf findet am autofreien Sonntag im Rheintal statt. Der erste Lauf  beginnt um 11 Uhr mit der Formel ADAC, das ADAC Masters Sprintrennen um 11.40 Uhr und das Hauptrennen um 15 Uhr. Am Samstag ist ab 11 Uhr Freies Training. Das Formel ADAC Sprintrennen beginnt am Samstag um 16 Uhr.

Der Eintritt frei.
 
 
Kleiner Markt in Lorch am Rheinsteig

11.06.2009

(tb). Bürgermeister Jürgen Helbing teilte mit das Künftig,  jeweils Donnerstags von 14 bis 18 Uhr Obst und
Gemüse auf dem Museumsplatz (vor dem Rathaus)  angeboten werde. Am Donnerstag, 18. Juni werde
erstmals ein Händler aus Niederwallmenach vor Ort sein. Ziel sei es, einen kleinen Wochenmarkt in Lorch
zu etablieren, so Helbing. Für Anbieter mit  Käse, Fisch, türkischen oder sonstigen Spezialitäten sei noch
Platz auf dem Parkdeck vor dem Rathaus.

 

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Obst und Gemüse sehr begehrt

19.06.2009

(tb). Die Lorcher bescherten einem Obst- und Gemüsehändler aus Niederwallmenach einen guten Start,
der gestern erstmals auf dem Museumsplatz seine Waren anbot. Kurz nach Öffnung bildeten sich bereits
Schlangen am Obst- und Gemüsestand. Der nun jeden Donnerstag von 14 bis 18 Uhr nach Lorch kommen
Obst- und Gemüsestand, ergänzt das in Lorch vorhandene Angebot des Blumenladens, der Bäckerei,
der Metzgerei, Schreibwarenhandels und der Drogerie. Es werden nun noch mehr Anbieter  mit Fisch, Käse, italienischen oder sonstigen Spezialitäten gesucht, damit auf dem Museumsplatz ein kleiner Wochenmarkt entsteht. Standgebühren werden keine erhoben.


 
Wandern mit der Fähre

15.05.2009

WEGE Lorch und Niederheimbach planen gemeinsam

(tst). Die Mitglieder des Ausschusses für Tourismus, Welterbe, Wirtschaftsförderung und Bauen setzten mit der Fähre ins rheinland-pfälzische Niederheimbach über, denn die beiden Nachbarkommunen planen, einen gemeinsamen Wanderweg auszuweisen. Wie die Ausschussvorsitzende Sabrina Klassen (CDU) berichtet, sollen auf beiden Seiten des Rheins jeweils fünf Kilometer Strecke verlaufen, die Fähre sei als "Bindeglied" vorgesehen. Bei der Sitzung seien mehrere Ideen aufgekommen, so gebe es in Lorch wie in Niederheimbach historische Stadtrundgänge, die sich in den neuen Weg integrieren ließen. Linksrheinisch stellten zudem die Figuren eines früheren Märchenhains eine Attraktion dar.

Arbeitsgruppen sollen an beiden Ufern nun das Projekt voran treiben. Nach Klassens Worten engagieren sich in Lorch für das grenzübergreifende Vorhaben die "sachkundigen Bürger" Peter Griebel und Klaus Dreis, Birgit Kind aus der Verwaltung und Stefan Gellweiler (FWG) aus dem Magistrat, der ohnehin systematisch die Wege in der Stadtgemarkung erfasst und begeht.

Mit den Niederheimbachern bestehe seit dem vergangenen Jahr ein Austausch, sie hätten auch einen Schreiner für die Beschilderung an der Hand, erklärt Klassen. Im Juni solle in Lorch ein Vorschlag für die mögliche Trasse vorliegen, für September sei eine gemeinsame Sondersitzung geplant. Dann werde wohl zugleich entschieden, ob die Gemeinden den Wanderweg noch 2009 oder im kommenden Frühjahr der Öffentlichkeit präsentieren.

Quelle: Wiesbadener Kurier

 
Gastronomie im Lorcher Kolpinghaus wieder verpachtet!

25.04.2009

Carola Rögner und William Needle eröffnen am 1. Mai: Restaurant und Kulturzentrum im Kolpinghaus

Ab Freitag, 1. Mai 2009, hat das Kolpinghaus in Lorch wieder einen Pächter. Das teilten der Lorcher Bürgermeister Jürgen Helbing und der Vorsitzende des Lorcher Kolpingvereins,

 

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Kolpinghaus
Kolpingstr. 5, 65391 Lorch

 
Einladung zu den Rheingauer Schlemmerwochen in Lorch (vom 24. April bis 3. Mai 2009)

22.04.2009

Schlemmerwochen in Lorch vom 24. April bis 3. Mai 2009:

Kosten Sie leckere Rheingauer Speisen zu passenden Rheingauer Weinen aus Lorch

Teilnehmende Weingüter in Lorch:

Weingut Mohr, Rheinstraße 21

Weingut Weiler, Weiselberg 9

Weingut Fritz Perabo, Schauerweg 57 – siehe auch Hinweis Sonderveranstaltungen

Weingut J. Germersheimer, Rheinstraße 39 - 40

Weingut Karl Ottes, Binger Weg 1 a - siehe auch Hinweis Sonderveranstaltungen

Weingut Michael Rößler, Rheinstraße 20

Hier Programm für Sonderveranstaltungen in Lorch downloaden:

Schlemmerwochen 2009

 
Lotsen kontrollieren wieder den Rheinsteig

22.04.2009

Kundige Ratgeber für die Wanderer

(red). Auf den Wander-Routen Lorch-Assmannshausen und Lorch-Kaub sind ab sofort wieder die Rheinsteiglotsen unterwegs. Andreas Winau und Thorsten Bodenstein kontrollieren den Wanderweg, nehmen kleinere Reparaturen vor und melden größere Mängel und Schäden an die Stadt Lorch. Zu ihren Aufgaben gehört auch die Weitergabe von Tipps und Informationen über Unterkunfts- und Einkehrmöglichkeiten sowie Zug-, Bus- und Schiffsverbindungen an die Wanderer. Außerdem nehmen sie Kritik und Verbesserungsvorschläge entgegen. Die Lotsen wurden von der Gesellschaft für Qualifizierung, Aus- und Fortbildung (GBW) und den Job-Centern des Kreises vermittelt.

Quelle: Wiesbadener Kurier

 
Rheinsteig-Routen Lorch-Kaub und Lorch-Assmannshausen werden wieder betreut


02.04.009

Lorcher Bürgermeister Helbing und Leiterin der Tourist Information entsenden Rheinsteiglotsen Andreas Winau und Thorsten Bodenstein

 

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Bürgermeister Jürgen Helbing, Birgit Kind (Tourist Information), Rheinsteiglotsen Thorsten Bodenstein und Andreas Winau mit Tochter

 
KD-Kiosk Rheinblick in Lorch eröffnet am Karfreitag

30.03.2009

Ab Karfreitag, 10. April 2009, ist der Kiosk „Rheinblick“ mit der Verkaufsstelle der Köln-Düsseldorfer Rheinschifffahrt am Rheinufer in Lorch wieder geöffnet.

 

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Petra Grenert (KD-Kiosk), Birgit Kind (Tourist Information der Stadt Lorch), Lorcher Bürgermeister Jürgen Helbing

 
Ufer der Wisper wird befestigt


18.04.2009

(bad). Der neu angelegte Weg unter der Steinernen Brücke hindurch endet direkt auf der Baustelle. Derzeit sind die Arbeiter damit beschäftigt, das Ufer zu befestigen. In der Folge soll der Weg wisperaufwärts fortgeführt werden. Ein weiterer Weg wird von der Wisperstraße in spitzem Winkel auf den Weg am Ufer geführt. Er soll die Wisper auch für Rollstuhlfahrer und Eltern mit Kinderwagen zugänglich machen. Kurz vor der Schreinerei Zell soll eine zweite Treppe von der Wisperstraße zum Ufer führen. Gepflasterte Wege, Rasen und Bäume sind an dem Uferabschnitt vorgesehen. Für teure Extras reicht trotz der Welterbemittel vom Land das Geld nicht.

In einem ersten Bauabschnitt war bereits das Wisperufer vor dem Leprosenhaus neu gestaltet worden. Auch dort beschränkte sich die Stadt darauf, die Wege zu pflastern. Auf der anderen Seite der Brücke wurde der Treppenaufgang neu gemacht.

Quelle: Wiesbadener Kurier

 


Im zweiten Bauabschnitt wird das Wisperufer jenseits der steinernen Brücke umgestaltet. Foto: RMB/Kühner

 

Auf und nieder, immer wieder

08.09.2005

Der Rheinsteig ist der unbequemste Wanderweg, um von Bonn nach Wiesbaden zu gelangen. Aber auch der schönste

Der Rheinsteig ist hinterhältig, denn er tut selten das, was man erwartet. Der Rheinsteig reizt, denn so schnell gibt man sich nicht geschlagen. Den Rheinsteig vergisst man nicht, denn er steckt noch eine Zeit lang in den Waden.

Der Rheinsteig ist ein Wanderweg. Kein von Gott oder mittelalterlichen Handelsleuten gewollter, sondern ein von Tourismusstrategen ausgetüftelter. Ausgerichtet auf alle Wünsche des modernen Wanderers, will er, ganz bescheiden, der ultimative Wanderweg sein. Einfach ein Premiumweg, mehr nicht. Er zählt rund 320 Kilometer – von Bonn nach Wiesbaden, die Straße braucht dafür nur etwa die Hälfte. Weil nur wenige Extremsportler die gerade frisch eingeweihte Wanderstrecke in einem Rutsch ablaufen werden, lässt der Steig sich in Etappen teilen, häppchenweise in Ausflugstouren, mal stromauf-, mal stromabwärts.

Wildschweine mögen diese Ecke, sagt der Naturpark-Ranger

Der Rheinsteig beginnt, wunderschön und harmlos, mitten in Bonn, der fröhlichen Leider-nicht-mehr-Hauptstadt. Am strahlenden, barockprotzenden Marktplatz, in den Parkanlagen vor der monumentalen Universität, am breiten Rhein kommt beim Arglosen Vorfreude auf. Die Sonne scheint, und die ersten paar hundert Meter weisen kein nennenswertes Hindernis auf. Da wechselt der Rheinsteig schon die Seiten und führt fortan nur noch rechts vom Fluss entlang.

Gut 25 Kilometer später ist er auf dem Drachenfels angekommen, den der Ausflügler auch mit der Zahnradbahn erreicht. Nach den ersten frohgemuten Wanderschritten im Siebengebirge fällt ein letzter Blick hinunter auf das Adenauersche Rhöndorf und auf den behäbigen Rhein. Dann reißt der Steig den Wanderer in die Tiefe, um ihn gleich wieder zäh und stetig durch den Wald hinaufkrabbeln zu lassen, durch dichtes, schier endloses Grün. Matschig vom plötzlich hereinbrechenden Regen, naturbelassen, bucheckernbestückt schlängelt sich der Weg, der höchstens zwei Fuß breit ist. Wildschweine mögen diese Ecke, sagt der knorrige Naturpark-Ranger, der hier unterwegs ist, sie wühlen und scharren nach Mäusen. Das sieht man.

Der Donner grollt. Löwenburg heißt das Etappenziel. Ein in Stein gemeißelter Wegweiser zeigt auf eine Straße, die gemütlich aufwärts führt. Nichts da. Dem weißen R-Schlenker auf blauem Grund gefolgt: Der Rheinsteig schlägt dem viel zu schnell Erschöpften ein Schnippchen und sich selbst schlank und schmal weiter durch den Wald. Gar nicht so dumm, denn bald belohnt eine Traumaussicht die Mühen: Aus wogendem Grün formen sich anmutige Kuppen wie der hotelbepflanzte Petersberg. Aussichten wie diese allerdings machen unmissverständlich klar, was der Rheinsteig vorhat: die Berge rauf, die Berge runter, auf kleinen, feinen Wegen und nie die kürzeste Stecke, sondern immer die aufregendste. Der Rheinsteig ist kein Bummelpfad hoch überm Strom, kein Promenieren auf dem Panoramaweg, kein Schlendern in Sandalen, das verkünden schon seine 39 Ouvertüre-Kilometer in Nordrhein-Westfalen.

Nur gerade mal 15 Kilometer am Tag werden selbst dem geübten Wanderer empfohlen. Im Blickfeld liegen dafür immer wieder der burgengesäumte Strom mit seinen Fachwerkstädtchen und Weinbergen. Der Rheinsteig soll verführen – die Jungen, Dynamischen, für die Wandern Anspruch ist und Abenteuer. Für schlaffe Säcke, die den Umsatz in der Rüdesheimer Drosselgasse hochtreiben, ist er nicht angelegt worden. Und auch nicht für die Weinseligen, die jedes Jahr brav ihren Winzer in Leutesdorf besuchen, um sich einzudecken. Diese Urlauber kommen ohnehin – und kriegen nun ein paar Extratouren obendrein.

Weil Rothaarsteig und Rennsteig schon einen guten Namen haben bei den Wanderern, wollten Hand in Hand die Tourismusmanager von Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und Hessen ein drittes R prägen. Sie dachten, das sei ganz einfach, und ließen den über hundert Jahre alten Rheinhöhenweg auf Wandertauglichkeit für die Zunkunft prüfen. Flopp. Die Machbarkeitsstudie ergab: zu viel Asphalt, streckenweise zu weit weg vom Rhein, schlicht – zu langweilig. Im Januar 2003 begann die Planung eines neuen Weges, von dem nun nur fünf Kilometer wirklich neu sind, die übrigen wurden zusammengepuzzelt aus vorhandenen Teilen anderer mal prominenter, mal längst vergessener Wege. Der Westerwald-Verein hat in den letzten Monaten 900 Wegweiser aufgestellt, hat das Signet an Bäume gepinselt, hat orangefarben auch die Einstiegswege markiert.

Wichtig klappern am frühen Morgen die Nordic-Walker über breiten Asphalt parallel zur Ruppertsklamm. Glauben, dass sie sportlich sind. Da sollten sie mal den Rheinsteig nehmen. Der ist nach rund 150 Kilometern in Rheinland-Pfalz an seiner herausforderndsten Strecke angelangt. Es geht nicht seitwärts bequem vorbei an der Ruppertsklamm, sondern mittendurch über Stock und Stein und manchmal fast durch den Bach in der Direttissima nach oben. Alpin geschmückt mit Halteseil am Fels. Man kann es brauchen.

Manchmal überwindet man an einem Tag so viele Höhenmeter wie in den Alpen. Tausend zum Beispiel, nur dass man nicht mal 400 Meter hoch hinauskommt. Vor Jahrmillionen hat die Natur das Rheintal gefaltet. Das hat sie ziemlich gründlich gemacht. Auch ein Mittelgebirge raubt den Atem, wenn man in unerwarteter Mittagsglut durch aufgelassene Weinberge, an alten absterbenden Apfel- und Kirschbäumen vorbei versucht, in stoischer Gelassenheit gleichmäßig atmend steil bergan zu stapfen, manches Mal hart an der Abbruchkante. Nur Ziegenherden und Mountainbiker sind unterwegs hoch über der Rheinschleife bei Boppard.

Auf den letzten 90 von 320 Kilometern wird’s gemütlicher

Doch der Rheinsteig kann auch unvermittelt lieb und zahm sein, gerade dann, wenn man mit einer Herausforderung rechnet. Plötzlich wird er zum schmalen Trampelpfad durch Wiesen, lässt sich auf der einen Seite von Feldern begleiten, und auf der anderen präsentiert er das mittlere Rheintal so schön, dass man alle Romantiker und japanischen Touristen versteht und auch die Unesco mit ihrem Weltkulturerbe-Prädikat. Selbst wenn sich am Spitznack die Loreley nur von der Seite zeigt.

»Ein Premium-Wanderweg inszeniert Erlebnisse«, sagt Rainer Braemer. An Rainer Braemer führt kein Weg vorbei, wenn es ums Marschieren geht. Seit Jahren untersucht er, was die Wandersleute wünschen. Er hat die Leitlinie für den Rheinsteig vorgegeben, denn es gibt Kriterien für den optimalen Wanderweg. Er darf nicht an verkehrsreichen Straßen entlangführen und nicht durch zu dicht besiedelte Gebiete, Minuspunkte gibt es für Lärm und den Ausblick auf Industriegelände, ein Plus heimsen »Dominanzpunkte und Raumeffekte« wie Burgen und alte Stadtkerne ein. Der durchschnittsdeutsche Wanderer, der übrigens kaum mehr geschlossen marschiert, sondern individuell spaziert, setzt seinen Fuß lieber auf Mulch und Schotter als auf Asphalt, mag keine breit geteerten Forstwege, sondern Trampelpfade wie aus Pfadfinderzeiten. Der Rheinsteig, am 8. September feierlich eröffnet, wird in den nächsten Wochen auf seine Tauglichkeit als Premiumweg untersucht. Doch Rainer Braemer weiß jetzt schon: »Es ist der deutsche Leitweg. Wäre er ein Dampfer unten auf dem Rhein, dann wäre er das Flaggschiff.«

Die letzten 90 Kilometer führen durch den hessischen Rheingau. Hier darf auch der Genusswanderer sich freuen, wenn er sich einklinkt in einen staubnormalen meterbreiten Pfad, durch Weinberge latscht, sich umdreht, plötzlich den Rhein aufblinken sieht und ein paar Hochäuser aufragen, die das ZDF sein müssen, der Mainzer Lerchenberg.

Das seit Tagen latente Gefühl bestärkt sich endgültig: Dieses Stück Deutschland ist verflixt schön und jede Strapaze wert. Doch gerade jetzt, da muss er noch mal aufmucken. Der Weg kommt aus dem Wald. In einer Mulde, perfekt für ein Zisterzienserkloster, liegt Eberbach. Es kann nicht mehr weit sein. Doch wo es eine unbequeme Strecke gibt, der Rheinsteig nimmt sie und pirscht sich unvermutet mit einem Umweg an. Er bleibt eben hinterhältig.

(Quelle: DIE ZEIT Nr.37)